In London gab es nun die niederschmetternde Diagnose für die Spirituosenbranche: "Alkohol habe global gesehen einen ähnlichen Effekt wie das Rauchen", so Jürgen Rehm vom Zentrum für Suchtforschung und Mentale Gesundheit im kanadischen Toronto. In Russland ist die Situation besonders dramatisch: Die Todesfälle werden bei der Hälfte der Männer zwischen 15 und 54 Jahren durch Alkoholsucht verursacht.
Jürgen Rehm hat nun gemeinsam mit Kollegen eine umfassende Studie zu den gesundheitlichen Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum veröffentlich. Das Ergebnis fiel katastrophal aus. Somit forden die Experten konkrete Gegenmaßnahmen. Russland muss nun dringend die illegale Schnapsherstellung einstellen, denn dieser Schnaps wird mehr als die Hälfte aller im Land getrunkenen Alkoholika konsumiert, so die Forscher.
Für ihre Analyse berücksichtigen die Wissenschaftler nicht nur Erkrankungen wie Leberzirrhose, sondern auch Herzkrankheiten, Krebsarten, Verkehrsunfälle bis hin zur Gewalt, die durch Alkohol verursacht werden können. Demnach stirbt weltweit einer von 25 Menschen und in Europa einer von zehn an den Folgen des Trinkens. Eine Studie hat den Tod von knapp 49.000 Russen zwischen 1990 und 2001 in verschiedenen Regionen untersucht. Der Leiter des russischen Krebsforschungszentrums und führender Autor der Analyse, David Zaridze schätzt, dass der Alkoholkonsum seit 1987 ca. drei Millionen Russen das Leben kostete. Er sagte: "Dieser Verlust ist ähnlich wie der eines Krieges".
Ein Team um Peter Anderson von der Universität Maastricht in den Niederlanden schreibt, es sei ganz leicht den Missbrauch von Alkohol einzudämmen. Die Getränke müssten nur teurer und weniger leicht verfügbar gemacht werden. Das soll sich vor allem auf das Trinkverhalten von Jugendlichen auswirken, die dann nicht mehr so früh zur Flasche greifen. Sinnvoll sei es auch, Werbung für alkoholische Getränke zu verbieten.
Quelle: spiegel.de
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